Hamamness - Willkommen in der osmonischen Gemeinschaft

Postidentitäres Pre-enactment zur Aufweichung kultureller Verpanzerungen.

Hamamness - Willkommen in der osmonischen Gemeinschaft

Die Installation HAMAMNESS, eine 140 Quadratmeter große, real-existierende Heterotopie kombinierte Wellness-Konzepte mit postkolonialem Diskurs und performativen Assoziationen in einer aufblasbaren Raumarchitektur.
Vom Ruheraum gelangte man in die Waschzonen, wo die Temperaturen bei 40-45°C lagen und die Luftfeuchtigkeit hoch war. Physiotherapeuten, Tellaks (Hamam-Bademeister) und Natirs (Hamam-Badefrauen) begleiteten die körperlichen Prozesse.
Künstlerinnen und Künstler stellten festgefahrene Gewissheiten performativ auf den Kopf und die Diskursgäste ließen in diesem neuartigen kulturellen Klima ihr Wissen ausdünsten wie Wassertropfen auf dem heißen Stein. Es entstand so eine postmoderne Vielheit, die auftretende Tendenzen zu Exklusion und Segregation sowie die Rückbesinnung auf den nationalen Kontext konterte, dekonstruierte und erweiterte.
Hier wurden keine vermeintlichen kulturellen Unterschiede aufrechterhalten, um MigrantInnen leichter aus der Gesellschaft auszuschließen. Mit verschiedenen kulturellen Praktiken wurden die Dualismen von Körper/Geist, Mann/Frau, mit/ohne Migrationshintergrund aufgeweicht und abgeschrubbt. Die Methode HAMAMNESS verhieß Ab- statt Aufrüstung. Nach dem Motto: Streifen Sie Ihre Alltagskleidung ab und entledigen Sie sich ihrer kulturellen Verpanzerungen.

Das Projekt vermittelte neue Körperverständigungen durch die Erzeugung kollektiver Intimitäten. Denn: sozial handelnde Menschen sind verkörperte Subjekte, somit ist soziales Handeln auch immer ein leiblich-körperliches Handeln.
HAMAMNESS fragte, wie leiblich-körperliches Handeln an der Her- und Darstellung sozialer Ordnung beteiligt ist – und ob nicht neue gesellschaftliche Impulse auch eine neue Narration erzeugen können. Die Einladung an die Besucher lautete daher: Schreiben Sie sich ein und tauchen Sie ab in die Heterotopie postidentitärer Wirklichkeiten.

Gefördert aus Mitteln des Elbkulturfonds der Kulturbehörde Hamburg und der Rudolf Augstein Stiftung.

Ausführliche Informationen unter kampnagel.de/en/program/willkommen-in-der-osmonischen-gesellschaft/?datum=

Der Text wurde von den ProjektmacherInnen verfasst.

Galerie

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Antragsteller
Planet Hamam GbR, Jens Dietrich

Kooperationen
Kampnagel • Hafen City Universität, Prof. Bernd Kniess • Hamam Hafen Hamburg

Zeitraum
3. bis 13. Juni 2015

Ort
Kampnagel, Hamburg

Sparten
Bildende Kunst • Literatur • Musik • Theater

Fördervolumen
beantragte/bewilligte Förderung aus dem Elbkulturfonds: 153.000 Euro/153.000 Euro