Fábrica

Vom 13.8. bis 7.9.2014 veranstaltete das Fab Lab Fabulous St. Pauli e.V. in Hamburg das Projekt Fábrica – Technik meets Kunst meets DIY-Kultur. Im Gezi Park Fiction an der Hafenstraße wurde eine temporäre, dezentrale Hightech-Produktionsstätte für Handys aufgebaut, die es den Besuchern ermöglichen sollte, fünf Prozent des Mobiltelefonbedarfs von St. Pauli selbst zu produzieren.


Fábrica

vergrößern FabLab Fabulous St. Pauli FabLab Fabulous St. Pauli (Bild: Axel Sylvester) Bei den Telefonen handelte es sich um das DIY Phone von David Mellis, einer Konstruktion aus dem Jahr 2012. Ziel war unter anderem herauszufinden, wie sich die Leute eine künftige dezentrale Produktion ihrer Hightech-Produkte wünschen und wie auch Nicht-Experten dabei mitmachen können, einfache Mobiltelefone auf professionellem Niveau selbst zu produzieren. Getreu dem Motto: Hightech für alle!

Das Fab Lab Fabulous St. Pauli baute für vier Wochen eine temporäre Produktionsanlage für Mobiltelefone im Gezi Park Fiction auf St. Pauli auf. Darin konnten alle, die Interesse hatten, das von David Mellis entwickelte DIY Phone selbst zusammenbauen. Fabulous St. Pauli wollte damit zeigen:

  • dass sich inzwischen auch komplexere, elektronische Gegenstände selbst produzieren lassen,
  • dass ein Massenprodukt wie das Mobiltelefon nicht nur aus einer ökologisch und sozial meist fragwürdigen Industrieproduktion stammen muss,
  • dass elektronische Produkte keine „Black Boxes“ sein müssen, in die man nicht hineinschauen und die man nicht verstehen kann,
  • wie eine dezentrale und in Teilen selbstbestimmte Produktion in den Innenstädten der Zukunft aussehen könnte, und
  • dass sich in dieser Produktionsweise die Grenzen zwischen Technik und Kunst immer weiter auflösen. Menschen, die vorher vielleicht nur Konsumenten waren, eignen sich die Möglichkeit an, selbst produktiv tätig zu werden. Dies knüpft auch an die Mission von Joseph Beuys an: „Mir kommt es darauf an, erkenntnistheoretisch den Punkt zu finden, an dem der Mensch sich als ein freischöpferisches Wesen erkennt, … daß er nicht ein Abhängiger ist im gesellschaftlichen Getriebe.” (1970)

Fab Lab steht für Fabrication Laboratory, also für Fabrikationslabor. Das ist eine offene Werkstatt, in der auch Nicht-Experten Zugang zu Produktionsmethoden bekommen, die bis vor kurzem nur der Industrie vorbehalten waren. Fabulous St. Pauli e.V. gründete sich 2011 als gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, ein erstes Fab Lab in Hamburg aufzubauen.

Fábrica wurde von der Hamburger Kulturbehörde mit Mitteln aus dem Elbkulturfonds gefördert. Das Projekt war nicht-kommerziell. Fabulous St. Pauli finanziert sich ansonsten ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Ausführliche Informationen unter fablab-hamburg.org

Der Text wurde von den ProjektmacherInnen verfasst.

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Antragsteller
Fab Lab Fabulous St. Pauli e.V.

Beteiligte
Fab Lab Fabulous St. Pauli • LOMU – local organized multitude

Zeitraum
13. August bis 7. September 2014

Ort
Park Fiction – Hamburg-St. Pauli

Sparten
Bildende Kunst • Design • Software

Fördervolumen
beantragte/bewilligte Förderung aus dem Elbkulturfonds: 82.400 Euro/82.000 Euro