Magst Du Zäune?

Open-Air Theaterproduktion der GWA St. Pauli auf dem Hein-Köllisch-Platz.

Magst Du Zäune?

Wie überwindest Du Grenzen? Hast Du schon Auswanderung erwogen? Welche unsichtbaren Grenzen gibt es auf St. Pauli? Hast Du schon einmal eine Grenze gezogen? Was ist Deine Utopie? Und glaubst Du selbst daran?

Diese und andere Fragen haben sich die über 40 theaterbegeisterten Teilnehmer_innen des Theaterprojekts Magst Du Zäune? gestellt und szenische Antworten gefunden. In Form eines theatralen Fragebogens entstand unter freiem Himmel auf dem Hein-Köllisch-Platz eine szenische Collage. Dabei wurden die im Viertel und in unserer Gesellschaft vorhandenen Grenzen sichtbar gemacht. Die Schauspieler_innen präsentierten ein facettenreiches und buntes Bild ihrer Erfahrungen, Meinungen und Erlebnisse rund um die Thematik „Grenze“. Der Platz – selbst „Grenzort“ zwischen Partymeile und Wohnviertel – war Austragungsort der Szenen, die sowohl auf selbstgeschriebenen Texten als auch auf Zeitungsartikeln, Prosa und Popmusik beruhten.

42 Menschen im Alter zwischen 7 und 72 Jahren mit unterschiedlichen Nationalitäten und sozialen Hintergründen waren an dem Projekt beteiligt. Durch die theaterpädagogische Kompetenz des Leitungsteams und der Regisseurin Ingrid Gündisch gelang es, auch Menschen mit psychischen Erkrankungen zu integrieren und sie ihre künstlerische Substanz entfalten und entwickeln zu lassen.

Ab Januar 2014 fanden einmal wöchentlich zweistündige Theaterproben für die Erwachsenen statt und ab März 2014 einmal wöchentlich eine Theaterstunde für Kinder. Wir starteten das Projekt mit einer gemeinsamen Recherche.
Welche Grenzen finden wir im Stadtteil, in uns, welche möchten wir überwinden? Die Teilnehmenden führten Interviews, recherchierten zu aktuellen Ereignissen im Stadtteil und zu persönlichen Erlebnissen.

Das Stadtteiltheaterprojekt bot niedrigschwellig Zugang zu Kunst und Kultur. Jede/r konnte mitmachen, sei es als AkteurIn oder als HelferIn, und sich unter professioneller Anleitung mit kreativen Prozessen und Denkweisen darstellender Künste auseinandersetzen. Durch die intensive Theaterarbeit konnten Beziehungen zwischen den Generationen geknüpft werden, Interessen an anderen Sichtweisen entdeckt und Vorurteile abgebaut werden.

Eine weitere Besonderheit der Theaterarbeit war der Aufführungsort. Es fand eine Aneignung öffentlichen Raumes und damit auch eine verstärkte Identifikation mit dem Stadtteil statt. Die kontinuierliche gemeinsame kreative Arbeit wirkte integrierend und stärkte das Selbstbewusstsein der Beteiligten.

Ausführliche Informationen unter gwa-stpauli.de/theater/magst_du_zaeune.html

Der Text wurde von den ProjektmacherInnen verfasst.

Galerie

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Antragsteller
GWA St. Pauli e.V.

Beteiligte
Produktionsleitung Theater: Rike Salow • Regie: Ingrid Gündisch • Dramaturgie: Kaja Jakstat • Bühne und Requisite: Tine Erösová • Kostümbild: Heike Hallenga • Regieassistenz: Anniki Nugis

Kooperationen
Kinderclub • Medienzentrum • Hip Hop Kurs „Bouncing Princess”

Zeitraum
15. Januar 2014 bis 06. September 2014

Ort
Hein-Köllisch-Platz, Hamburg-St. Pauli

Sparten
Theater

Fördervolumen
beantragte/bewilligte Förderung aus dem Elbkulturfonds: 15.000 Euro/15.000 Euro