Öffentliche Gestaltungsberatung St. Pauli

DesignstudentInnen der HFBK Hamburg finden, dass Design allen zur Verfügung stehen sollte. Sie bearbeiten mit den BewohnerInnen in St. Pauli Alltagsprobleme.

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Öffentliche Gestaltungsberatung St. Pauli

Die Gestaltungsberatung wurde 2011 von Prof. Jesko Fezer und Studierenden im Studio Experimentelles Design an der HFBK Hamburg gegründet. Die jungen DesignerInnen wollten sich außerhalb fiktiver Problemstellungen des Hochschulkontextes mit gesellschaftlichen Realitäten auseinandersetzen. Deshalb bieten sie eine kostenlose Beratung zu Fragen der Gestaltung im privaten und öffentlichen Raum an. Die Räume der Öffentlichen Gestaltungsberatung befinden sich in der GWA St. Pauli, einem Stadtteilzentrum, am Hein-Köllisch-Platz 11 in Hamburg-St. Pauli.

Der Hamburger Stadtteil St. Pauli steht unter enormem Aufwertungsdruck. Es wird abgerissen und gebaut, die Mieten steigen rasant, Wohnungen werden in Eigentum umgewandelt, das lokale Gewerbe verändert sich und die einkommensschwache Bevölkerung kann sich den Stadtteil immer weniger leisten. Zu beobachten sind auch die Folgen dieser mit Verdrängung einhergehenden Aufwertung: das Zerreißen gewachsener sozialer Netze, das Verschwinden urbaner Vielfalt und einer lebendigen Nachbarschaft. Die Öffentliche Gestaltungsberatung richtet sich an alle, die ihr Umfeld aktiv mitgestalten wollen, sich allerdings professionelle Gestaltung nicht leisten können. Der Handlungsauftrag kommt direkt aus dem Stadtteil. Die aufsuchende und aktivierende Gemeinwesenarbeit der GWA St. Pauli vereinfacht den Kontakt zu denen, die sonst von der Teilhabe ausgeschlossen sind.

vergrößern Stehtisch für ein Nachbarschaftstreffen im Flur Stehtisch für ein Nachbarschaftstreffen im Flur (Bild: Öffentliche Gestaltungsberatung) Die jungen DesignerInnen möchten gemeinsam mit Leuten aus der Nachbarschaft an Themen und Problemen arbeiten und zusammen machbare Lösungen finden. Gemeinsam Platz schaffen, organisieren, umgestalten, ausbauen, aufmotzen, gemütlich machen, bewerben und strukturieren in Wohnung, Laden, Straße, Stadtteil, Schule, Betrieb, Familie, Garten, Hof, Platz, Lokal und Keller. Dabei soll das erweiterte Potential von Design und damit seine gesellschaftliche Rolle und (stadt-)politische Bedeutung erforscht werden. Was kann und was soll Design heutzutage sein?

Ausführliche Informationen unter gestaltungsberatung.org

Der Text wurde von den ProjektmacherInnen verfasst.

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Antragsteller
Prof. Jesko Fezer, HfBK Hamburg

Beteiligte
Studio Experimentelles Design der HfBK, Hamburg

Kooperationen
GWA St. Pauli e.V. • Park Fiction Kollektiv

Zeitraum
Auftaktworkshop im Dezember 2012 • Projektumsetzung ab April 2014

Ort
GWA St. Pauli e.V., Hein-Köllisch-Platz, Hamburg-St. Pauli

Sparten
Bildende Kunst • Design

Fördervolumen
beantragte/bewilligte Förderung aus dem Elbkulturfonds: 87.724 Euro/85.000 Euro