„Die Pforte“ | „The Portal / Das Portal“ (AT)

„Die Pforte“ | „The Portal / Das Portal“ (AT) 

„Die Pforte“ | „The Portal / Das Portal“ (AT)


Eine künstlerische Recherche über Eingänge, Zugänge, Durchgänge, Übergänge entlang ehemaliger Kontrollpunkte zum Hamburger Freihafen.


Der markante Slogan vom „Tor zur Welt“ prägt das Selbstbild der Hanseaten ebenso wie er die Stadt werbewirksam für den internationalen Tourismus vermarktet. Die heute damit selbstverständlich assoziierte Verbindung zu globalem Seehandel und Weltoffenheit stammt allerdings von den Werbestrategen des 3. Reiches; davor bezog sich das wirkmächtige Sinnbild auf St. Paulis „Unterwelt“ vor den Toren der Stadt. 

In jedem Fall versinnbildlicht das Tor transformative Momente, egal ob dabei etwas zurückgelassen oder aufgegeben werden soll, es dient als Projektionsfläche für an die andere Seite gebundene Erwartungen von Freiheit und Abenteuer, Intensität, Lebendigkeit, hier wird kontrolliert, wer zu welchem Preis hinein oder hinaus darf.

Der von einer mobilen interaktiven Website begleitete Ausstellungparcours Die Pforte initiiert künstlerische Annäherungen an unbewusste Bestandteile des wirkmächtigen Imagegebers und setzt unterschiedliche Vorstellungen der Stadt als Eingang, Zugang, Durchgang oder Übergang entlang ehemaliger Kontrollpunkte zum Hamburger Freihafen ins Bild. 

Im Dialog mit historischen Zollhäusern und anderen Standorten machen die sechs für diesen Anlass entstehenden Projekte Hafen- und Handelsgeschichte an originalen Schauplätzen sichtbar und spüren deren Auswirkungen auf das Selbstbild der Hamburger nach: Sie folgen den Geschichten unabsichtlich durch die Frachtschiffe immigrierter Flora; sie reflektieren das transformative Potential des Portals in performativ-philosophischen Lecture Performances; geben Einblick in die mit der Intensität des Seefahrerlebens phantasmatisch aufgeladene Tätowierkunst; unterwandern die Bildsprache von Marketingstrategen, um andere Bilder der Stadt in Umlauf zu bringen; lassen einen Eingang durch eine weibliche Garde bewachen und öffnen virtuelle Tore in die je nach Blickwinkel sehnsüchtig erwartete ideale oder apokalyptisch gescheiterte, fiktive Partnerstadt California City. 

Mit Marc Bijl, Liesel Burisch, Franziska Nast, Dennis Rudolph, Daniel Tyradellis.
 

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Antragstellerin

Ellen Blumenstein

Sparte

Kunst im öffentlichen Raum

Fördervolumen  

beantragte/bewilligte Förderung aus dem Elbkulturfonds 80.000 Euro/ 102.100 Euro